Geschichte des Museums

 

Entwicklung des Museums

Das Stadtmuseum Kassel entstand aus dem Wunsch der Bevölkerung nach einer Ausstellungsfläche für die Kasseler Stadtgeschichte. Bis zur Eröffnung des Stadtmuseums gab es seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts eine Vielzahl kleinerer Ausstellungen mit diesem Zweck, die sich aber über das gesamte Stadtgebiet verteilten. 1978 wurde die Gründung eines Stadtmuseums von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Von da an konnte die Kasseler Bevölkerung Objekte für die Sammlung des Museums stiften. Da sie dies sehr gerne tat, aber noch gar kein Museum existierte, wurden die neuen Exponate vorerst im Stadtarchiv gelagert. 1979 wurde der Vorsitzende des Kasseler Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Karl-Hermann Wegner, zum Museumsleiter ernannt. Das Museum sollte Mitte der 1980er Jahre im weitgehend zerstörten Karlshospital eingerichtet werden. Für die Dauer der Bauarbeiten wurde das Museum mit seiner Verwaltung in ein paar Räumen im Kulturhaus am Ständeplatz untergebracht.

 

Standortsuche für das Museum

Da sich die Stadtverwaltung nicht einig wurde, ob das Karlshospital wirklich geeignet sei, und weil auch immer wieder neue Vorschläge öffentlich wurden, nach denen das Museum in anderen Gebäuden besser untergebracht werden könne, blieb das Stadtmuseum im Laufe der 80er Jahre vorerst an seinem Standort im Kulturhaus. Nachdem die Sammlung des Museums die wenigen freien Räume im Kulturhaus sprengte, wurde das Gebäude dem Museum fast vollständig zur Verfügung gestellt. Bis 1986 wurde allerdings weiterhin über den endgültigen Standort diskutiert, da das Kulturhaus immer noch als zu klein galt. Erst als alle anderen Vorschläge abgelehnt wurden, da sie zu teuer geworden wären, entschied man sich Ende 1986 für das Kulturhaus. Das documenta-Archiv, das eine ganze Etage belegt hatte, musste daraufhin ausziehen. Nun war vorerst genug Platz, um das Museum im Kulturhaus zu betreiben. Doch nach Sanierungsmaßnahmen von 2001 bis 2002 wurde erneut darüber diskutiert, wie sich das Museum erweitern lassen könnte. Schon damals war eine Aufstockung des Gebäudes oder ein Anbau im Gespräch. Im Jahr 2006 stand die Pensionierung des Leiters des Museums, Karl-Hermann Wegner, an. Ihn löste Dr. Cornelia Dörr 2007 ab. 2009 wurde beschlossen, dass das Museum einen Turmanbau erhalten solle. Damit verbunden war die Kernsanierung des Gebäudes, das zu diesem Zweck ab 2010 vorübergehend geschlossen wurde.

 

Erweiterung der Ausstellungsflächen

Um einen Teil der Sammlung für die Bevölkerung während der Baumaßnahmen weiterhin zugänglich zu machen, wurden das Fotoarchiv, die Bibliothek und Räumlichkeiten für Sonderausstellungen in der neu eröffneten Schaustelle in der Wilhelmstraße eingerichtet. Durch unerwartet auftretende Mängel an der Bausubstanz des Kulturhauses verzögerte sich die Wiedereröffnung des Stadtmuseums danach mehrfach. 2012 wurde mit dem Bau des Turmanbaus begonnen, der im Oktober 2015 für die erste Sonderausstellung eröffnet werden konnte. Anfang 2015 wurden das Naturkundemuseum im Ottoneum und das Stadtmuseum in der Abteilung „Städtische Museen“ zusammengefasst. Die Leitung übernahm der bisherige Leiter des Naturkundemuseums, PD Dr. Kai Füldner. Nach dem Abschluss der restlichen Bauarbeiten und dem Einrichten der neuen Dauerausstellung wird das Stadtmuseum Kassel im Juni 2016 wieder eröffnet.