Geschichte des Hauses

 

Das Gebäude des Stadtmuseums

Das Stadtmuseum Kassel ist im historischen Kulturhaus (auch Kunsthaus genannt) am Ständeplatz untergebracht. Das Gebäude selbst ist sehr viel älter als das Museum. Es wurde 1869–1871 nach den Plänen von Albert Scholtz erbaut. Den Auftrag hatte die Kunsthausgesellschaft gegeben, die sich ein repräsentatives Gebäude für Ausstellungen wünschte. Bald nach der feierlichen Eröffnung erkannte die Kunsthausgesellschaft, dass der Unterhalt des Gebäudes durch die Vermietung an örtliche Vereine nicht gedeckt werden konnte. Daher wurde das Kulturhaus 1877 in den städtischen Besitz überführt und im Gegenzug wurden die Schulden der Kunsthausgesellschaft von der Stadt übernommen. Der Übernahmeplan umfasste auch weitere bauliche Maßnahmen. So wurde das Kulturhaus um ein Stockwerk erhöht und ein Großteil des Gebäudes in eine Schule umfunktioniert. Ein kleiner Teil blieb dem Kasseler Kunstverein aber weiterhin für Ausstellungen.

 

Geschenk zum 100. Jubiläum des Kunstvereins

Seit dem Bau des Kulturhauses war die technische Entwicklung vorangeschritten, weshalb man sich Anfang des 20. Jahrhunderts dazu entschloss, das Gebäude aufzurüsten. Bis dahin war die Nutzung der noch vorhandenen Ausstellungsräume vom Tageslicht abhängig, da es kein elektrisches Licht im Kulturhaus gab. 1907 wurde im Zuge von Baumaßnahmen eine elektrische Beleuchtung eingerichtet, sodass die Ausstellungsräume nun bei Bedarf auch bis in die Nacht genutzt werden konnten. 1935 erhielt der Kunstverein das Kulturhaus als Geschenk zu seinem 100. Jubiläum von der Stadt zurück. Damit konnten nun wieder alle Räume für Ausstellungen genutzt werden. Dieser Zustand hielt aber nicht lange an, denn bereits 1939 musste das Haus vom Kunstverein wieder geräumt werden. Als eine Folge des Zweiten Weltkrieges wurde das Ernährungs- und Wirtschaftsamt im Kulturhaus einquartiert und sämtliche Ausstellungsräume wurden dafür umgebaut. Während des Krieges erhielt das Kulturhaus einige Bombentreffer, wodurch es bis auf die Außenfassade komplett zerstört wurde. In den 50er Jahren stellte die Stadt das Gebäude wieder her. Aus der Zeit stammt auch das heute noch erhaltene Treppenhaus, das wie der Rest des Kulturhauses denkmalgeschützt ist.

 

Umbaumaßnahmen für das Stadtmuseum

Nach dem Einzug des Museums Anfang 1979 kam es immer wieder zu Umbauarbeiten. Anfang der 2000er Jahre wurde erstmalig ein Fahrstuhl eingerichtet, um das Kulturhaus barrierefrei zu machen. 2010 kam es zur Schließung des Museums und des Kulturhauses, um das Gebäude erstmalig seit seiner Wiederherstellung in den 50er Jahren wieder im Kern zu sanieren. Neben der Sanierung war auch die Erweiterung der Ausstellungsräume ein wichtiger Faktor, die durch den Anbau des neuen Turmes gewährleistet werden konnte. Seit Oktober 2015 wird der Turm bereits für Sonderausstellungen genutzt, während die Räume der Dauerausstellung bis Juni 2016 noch hergerichtet werden.